Ihre Lage

Jede Lebenslage, auch die Ihre, ist ein höchst individuelles Produkt der unterschiedlichsten Faktoren, die zusammenwirken. Das gilt in guten wie auch in schlechten Zeiten. Die Vielzahl an Menschen, die an einer lebendigen Situation  gestaltend beteiligt sind, ist einer der Gründe dafür. Ja, natürlich, es gibt sie, die Standardfaktoren, die man von außen erkennen kann, ob es sich nun um das Phänomen der Insolvenz wegen fehlender Zahlungsfähigkeit ist, der Verlust des Arbeitsplatzes oder die Einleitung eines Zwangsversteigerungsverfahrens aufgrund des Umstands, dass man die Kredite nicht mehr bedienen kann. Aber da hört es auch schon mit den Standards auf.

Wie ist es überhaupt dazu gekommen? Und wie kann man den Schaden beheben?

Spätestens wenn man sich diesen Fragen stellt, zeigt sich die Einzigartigkeit genau dieses einen Falles - Ihres Falles. Und es ist eine Basiserfahrung, dass man sich der völlig genauen Betrachtung aller Details eines Falles widmen muss - je genauer, um so besser -, wenn man diese Fragen wirklich in der richtigen Weise beantworten und eine Strategie, einen Weg finden will, der in eine bessere Zukunft führt.

Zu den von außen erkennbaren Faktoren einer Situation kommt jedoch ein weiteres mächtiges Element hinzu, das in alle Prozesse lenkend eingreift und das oftmals das wichtigste Arbeitsfeld darstellt für die Betrachtung der eigenen Lage und die Lösung der Probleme: Es ist unsere Vorstellungskraft. Sie ist ja eigentlich unser dienstbarer Geist, der uns lebensfähig macht, der Sprache und Kultur hervorgebracht hat, der Gesellschaft und Zivilisation ermöglicht. Gerade in schwierigen Lebenslagen kann man jedoch auch die Kehrseite dieser Medaille schmerzlich erfahren. Unsere Vorstellungsfähigkeit wächst dann mitunter zu einem Ungeheuer heran, das uns beherrscht, schließlich lähmt und uns jeglichen Ausblick auf die uns zur Verfügung stehenden Gestaltungsmöglichkeiten verstellen kann.

In diesem Zustand erleben wir uns von Schreckensbildern umringt, die in uns grauenvolle Ängste hervorrufen, die uns jede aktuelle Wahrnehmungsfähigkeit rauben und letztlich zu den unsinnigsten Reaktionen verleiten. Es ist ein Heer von Vorurteilen, die uns jetzt beherrschen. Aber, wird da mancher einwenden, das ist doch aber auch wirklich so, dass wir allen Grund zur Angst haben, oder etwa nicht?! Nein, antworte ich da. Denn wenn die Angst durch die Vorstellungen und die Meinungen, Bewertungen und Standortbestimmungen unserer Bilderwelt gespeist werden, haben wir den Kontakt zur gelebten Realität und ihren Möglichkeiten schon längst verloren. Unsere Angst wird also nicht mehr natürlicherweise als Warnsignal erlebt, sondern als ein chronischer Dauerschmerz, der nicht im mindesten hilfreich ist.

Die wichtigste zentrale Aufgabe wird es also sein, diese Barriere zu durchstoßen, die Vorstellungen wieder zurückzuführen in das Stadium dienstbarer Geister, die uns nicht beherrschen, und dadurch den Ausblick für die Wahrnehmungsfähigkeit neu zu öffnen.

Dann können wir die Lage sehen, wie sie wirklich ist, in jedem Detail, jeder Querverbindung, ohne dass uns eigene unbegründete oder von außen an uns herangetragene Meinungen und Vorurteile täuschen können. Und, wie es bei jedem richtigen Theaterstück passiert, sehen die Mitspieler auf einmal die Lücken in den Kulissen der Theaterbühne, die man zwar vom Zuschauerraum als geschlossene Fläche vermutet, die aber in Wirklichkeit mit einer einfachen Richtungsänderung durchschritten werden können - allerdings nur von den mitwirkenden Schauspielern.

So ist also die Lage eine komplexe und vielschichtige, und eines ist jetzt klar: Wenn wir die bedrängende Enge der Kulissen überwinden wollen, müssen wir aktive Mitspieler sein, nicht Zuschauer. Und dann können wir es uns auch erlauben, das Theaterstück neu zu schreiben.

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