Forderungsverkäufe

Forderungsverkäufe / Kreditverkäufe

Der Ausverkauf Deutschlands boomt! Wie kann man so etwas behaupten? Es geht hier nicht um die enormen Übernahmen deutscher Firmen durch ausländische Investoren, die seit geraumer Zeit dafür sorgen, dass wir zum modernen Kolonialstaat werden, sondern es geht um die Praxis der Darlehensgeber-Banken in Deutschland, ihre Finanzen dadurch in Ordnung zu bringen, dass sie regelmäßig gigantische Mengen an Kreditforderungen an Offshore-Investoren verkaufen, deren Interesse einzig darin besteht, möglichst rasch Gewinn zu erzielen, egal wie...

Aktuelle Medienlinks hierzu (Auswahl):

Dass unsere Medien derzeit verstärkt dieses Thema aufgreifen, hat verschiedene Gründe, die es sich lohnt, zu bedenken. Denn wir als Betroffene sind gefordert, für uns selbst eine klare Haltung zu gewinnen und zu lernen, wie wir mit solchen Situationen umgehen können:

  • Was die Gemüter zu Recht erhitzt, ist der Umstand, dass Kreditforderungen mit ihren dazugehörigen dinglichen Sicherheiten (Grundschulden) auch für solche Kreditengagements verkauft werden, die nicht notleidend sind, sondern konsequent und regelmäßig bedient werden. Durch eine aus heutiger Sicht fehlerhaft vorgenommene Gesetzesänderung entstand die Situation, dass solche Verkäufe derzeit absolut rechtmäßig zu sein scheinen. Es liegt ein Rechtsnotstand vor, der zu beseitigen ist. Dass die Regierung nun versucht, hier zurück zu rudern, ist notwendig, wird aber am Leid ungezählter “verwerteter” Familien nichts ändern.
     
  • Die Ablösung des bisherigen Rechtsberatungsgesetzes durch das Rechtsdienstleistungsgesetz im Sommer 2008 hat in einem gewissen Maß die Landschaft verändert. Neben der Anwaltschaft sind zahlreiche andere Berufsgruppen im Rahmen ihrer beruflich bedingten Kompetenz in einem gewissem Rahmen zur Rechtsberatung zugelassen worden, um innerhalb der Mitgliedergruppe von Verbänden und Vereinen zu dort thematisierten rechtlichen Themen individuelle Beratung durchzuführen. Das macht Druck auf die bisherigen unangefochtenen Inhaber des Beratungsrechts.

Auch wenn die verstärkte Diskussion dieser Themen in der Öffentlichkeit von den Redakteuren, den Zeitungen, den Sendern im guten berechtigten Wollen geschieht, werden wir nicht im Geringsten dadurch etwa aufgerüttelt. Es ist nur die halbe Wahrheit, die da zu uns kommt. Man lässt gewisse “Ausblühungen” des Geldsystems und die Beteiligten gewissermaßen als Bauernopfer über die Klinge springen, die Kernthematik, nämlich das Selbstvernichtungsprinzip unseres Geldsystems, rückt dadurch aus dem kollektiven Bewusstsein ab in weite Ferne.

Das System erzeugt virtuelles Geld, bedingt durch das Zinssystem, virtuelles Geld, das heute bereits 90% des Gesamtkapitals ausmacht, will man den Fachleuten Glauben schenken. Es ist ein Geld, das nur als Zahlen in Computern existiert und durch nichts Reales in der Welt mehr repräsentiert wird. Und weil Schuldzinsen immer höher sind als Habenzinsen, verschuldet sich die ganze Welt, ohne dass dies jemals wieder geändert werden könnte. Man kann das leicht auf dem Rand einer Tageszeitung ausrechnen. Und da liegen die eigentlichen Probleme, die es zu lösen gilt. Ein existenziell wichtiges Thema für uns alle - und keine Lösung in Sicht. Wird der große Crash, den alle erwarten, ja, in dem wir bereits kontinuierlich stehen, eine Lösung bringen? Einen Neuanfang, wie viele hoffen? Ein neues Geldsystem, das vielleicht schon in den Schubladen bereitliegt? Wir wissen es nicht.

Eines ist sicher: Beruhigen lassen sollten wir uns nicht, auch wenn uns das von Kindheit an anerzogen worden ist. Wir alle müssen zu Spezialisten im eigenen Fall, im eigenen Leben werden, wir können das nicht delegieren an andere, den Staat, die Gerichte, die Fachleute. Es ist unser Leben, unsere Verantwortung. Und es ist überaus peinlich, wenn Menschen erwarten, die Bankangestellte solle ihr Problem lösen. Schließlich sei man ja schon seit 30 Jahren Kunde bei der Bank. Dabei hat das arme Wesen jeden Tag Angst, einen Fehler zu machen und gegen die Vorgaben der Tagesorder zu verstoßen und ihren Job zu verlieren. Oder aber der Rechtspfleger, den man verantwortlich machen will für den Sieg der Gerechtigkeit und von ihm erwartet, dass er in der Zwangsversteigerung die systembedingten “Sauereien” der betreibenden Gläubigerbank aufdeckt und im Verfahren berücksichtigt. Schließlich sei er ja per Gesetz unabhängig und nur Recht und Gesetz unterworfen... Was aber ist, wenn der Rechtspfleger (der übrigens solche Dinge im ZV-Verfahren gar nicht berücksichtigen darf) selbst ein Häuschen hat, kreditfinanziert und ausgerechnet bei jener Bankengruppe Kunde ist, die auf der Gläubigerbank sitzt? Wie würden wir uns an seiner Stelle verhalten?

Nein, die Verantwortung und das entscheidende Handeln können wir nicht einfach so delegieren, wir müssen unser beschädigtes Selbstvertrauen wieder stark machen, stark durch Kenntnis, stark durch Vernunft, stark durch die Überwindung eigener Vorurteile, Vorstellungen, Erwartungen und Wolkenkuckucksheime, stark durch eine Sachlichkeit und Konsequenz, die wir vorher vielleicht noch nicht gelebt haben. Und wir müssen gewissermaßen den Beteiligten in dieser misslichen Situation die Hand rechen, dem Rechtspfleger helfen bei seiner Arbeit, indem wir klar Farbe zeigen, und entsprechende Anträge stellen, mitdenken und mitarbeiten an der Basis unserer Lebensgemeinschaften, und bereit machen für den Wandel in der Gesellschaft und Wirtschaft, welcher im Gange ist, wenn auch noch schleppend. Unsere Trägheit überwinden, miteinander sprechen (und zwar nicht nur über das Wetter...), und gemeinsam neue Wege gehen. Das sind wir uns, unseren Familien, unseren Kindern und Enkeln, unseren Freunden und Nachbarn schuldig.

Autor: Gerd E. Gmelin

[BZVI] [Chancen-Check] [Themen aktuell] [Heuschreck] [Zum Geleit] [Wer wir sind] [Wer Sie sind] [Mitglied werden] [Mitglieder-Seiten] [Kontenprüfung] [Häufige Fragen] [Kontakt] [links] [Impressum]